Streiflichter weiterer Ereignisse ab November 2020

Ich möchte weitere Ereignisse, die mich traurig, fassungslos, wütend, sehnsuchtsvoll oder hoffnungsfroh gemacht haben niederschreiben, um sie besser verarbeiten zu können bzw. sie zu dokumentieren.

Dezember 2020
 

5 Tage vor Weihnachten 2020 kam unsere Tochter mit einer "Freundin" aus der WG (ich kenne niemanden, der sich wünschen würde, dass sein Kind solche FreundInnen hat) über Vermittlung meines Mannes, dem sie sich in den letzten Wochen ein wenig angenähert hatte,  nach 2 1/2 Jahren erstmals wieder nach Hause um Sachen zu holen.  Auch diesmal sollte meine Vorahnung richtig sein. Sie raffte vieles  - am liebsten wäre ihr alles gewesen - zusammen. Sie hatte nicht die Absicht uns zu besuchen, sondern es ging ihr nur um ihre Sachen und dann verschwand sie nach einer Viertelstunde wieder grußlos. Auch wenn sie derzeit eine gute Zeit zu haben scheint, bin ich noch immer die Böse. Ihre Unsicherheit mir gegenüber war jedoch deutlich spürbar . Wir konnten zumindest ein paar Worte wechseln, sie war freundlich . Ich weiß, dass sie Unterstützung bräuchte ,um mir anders begegnen zu können.
Auf meine Frage, was sie denn die letzten 2 1/2 Jahre gemacht hätte, anwortete sie: "Beruflich nichts und sonst hängen wir in der WG herum und fadisieren uns" 
Sie ließ mich in einem unbeschreiblichen Gefühlschaos zurück.

Zu Weihnachten gab es von der WG ein Septum-Nasenpiercing für Indira, mein Mann bekam eine Weihnachtskarte von unserer Tochter und ein paar nette Whatsapp-Nachrichten.

Februar 2021

Zum Geburtstag  konnte sie sich auf Kosten der WG ein neues Handy aussuchen.

April 2021

Meine Tochter fuhr mit ihrem Freund im strengsten Lockdown mit dem Zug wochentags quer durch Österreich um tagelang Freunde zu besuchen. Ob ihr wohl jemand gesagt hat, dass dies strafbar ist?  Sie wurde jedenfalls von der WG mit Geld für die Reise ausgestattet.

In Absprache mit dem Richter am Bezriksgericht reichte mein Mann einen Antrag auf Übernahme der  Erwachsenenvertretung ein. In einem persönlichen Gespräch mit mir im vorigen Jahr, war er der Meinung, die Vertretung sollte mittelfristig in der Familie bleiben.

Mai 2021

Es kam ein weiterer  Termin zur Abholung von Sachen aus der Wohnung zustande. Mein Mann erhielt im Vorfeld auch (böse) Anrufe von WG-Mitarbeitern, auch im strengsten Lockdown, die endlich mit ihr mit einem großen Auto vorbeikommen wollten (wir sind coronabedingt nur sporadisch in Wien). Ich weiß nicht, was sich diese Menschen dabei denken! BetreuerInnen, die sich noch nie bei uns vorgestellt haben , möchten Indira helfen, ihr gesamtes Hab und Gut  aus unserer Wohnung wegzuschaffen und wir würden sie dann wahrscheinlich so schnell nicht wieder sehen. Das ist sicher nicht in unserem Sinne, ich lasse mir nicht von Fremden die Wohnung ausräumen!  Indira alleine wäre herzlich willkommen.
Des Weiteren wurde behauptet, ich würde Indira seit drei Jahren die Dokumente verweigern, was so nicht stimmt. Die Betreuer haben keine Ahnung, was wir  mit unserer Tochter ausmachen und nachgefragt wird nicht. Ich wollte sie ihr nur persönlich übergeben, da in der WG schon Unterlagen, die ich bei ihrem Einzug abgegeben habe, verschwunden sind und Kopien der Dokumente liegen dort auf.
Gesehen haben wir Indira wie beschrieben in den letzten Jahren nur sehr, sehr selten und da war dies nie ein Thema (nur in ihren bitterbösen Nachrichten und dann ist eine "normale" Konversation nicht möglich). Ich bewahrte die Dokumente auch immer versperrt auf, da sie diese sicher zerrissen hätte oder sie verschwunden wären . Es hat nach ihrer Ankunft in Österreich immerhin ein Jahr gedauert, bis ich alle Dokumente beisammen hatte.

Die Begegnung entwickelte sich ganz anders als ich es befürchtet hattte. Wir können mit Indira und ihrem Freund ohne Betreuer zum ersten Mal nach drei Jahren ein angenehmes Gespräch in entspannter Atmosphäre führen.
Sie erzählten, dass sie unbedingt aus der WG weg wollten, da es so furchtbar wäre. Sie schimpften über die BetreuerInnen, ihrer finanzielle Situation und den Staat Österreich, die alle an ihrer  Situation schuld seien- ja auch das ist typisch: Schuld sind immer die anderen. Ich weiß natürlich, dass man die Aussagen mit Vorsicht nehmen muss, da sie sich immer schlecht behandelt, übervorteilt fühlt und die Dinge aus ihrer oft sehr unrealistischen Perspektive negativ sieht.
Auch stellte sich heraus, dass Indira seit mehr als einem halben Jahr nicht krankenversichert war - ein Wahnsinn!
Ich konnte Indira auch unseren Standpunkt und das, was wir für sie in der Zwischenzeit getan hatten näher bringen. Sie hatte vieles nicht gewusst, entschuldigte sich für die letzten drei Jahre und  kaufte Schokoherzen für uns. Wir fielen uns um den Hals und ich konnte ihr nach so langer Zeit wieder sagen, wie lieb ich sie habe und sie erwiderte  "Ich habe dich auch lieb, Mama". Ich weiß, dass da trotz allem viele Gefühle da sind , die überlagert werden von ihrer unbewussten Angst und Wut,
dass ihre derzeitige Unterbringung destabilisierend auf ihre Persönlichkeitsentwicklung wirkt und sie unsere nahe Begleitung dringend bräuchte, auch wenn dies in der Praxis kaum mehr möglich wäre.
Sie nahm dann weder Kleidung noch Dokumente mit, da sie fand, dass alles bei uns besser aufgehoben wäre.

Es folgten 3 Wochen intensiven Austausches, in denen sie uns durchaus liebevoll und respektvoll begegnete. Vieles hinterfragten wir nicht so genau und wollten auch nicht gleich widersprechen, da wir wussten, ein falsches Wort konnte genügen, um die Situation wieder zum Kippen zu bringen. Es keimte Hoffnung in mir auf, dass sich die Umstände entspannen könnten.
Es folgten aber auch vehemente Forderungen unserer Tochter, aber auch ihres Freundes - der offensichtlich ähnlich tickt wie sie - nach sofortiger Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Mitversicherung, da Indira schwanger sei. Auch das kennen wir zur  Genüge, Bedürfnisse müssen sofort befriedigt werden. Ich setzte alle Hebel in Bewegung, damit sie wieder bei mit mitversichert werden konnte und wir wollten ihnen helfen, auch wenn klar war, dass ihre völlig unrealistischen Zukunfspläne zurechtgerückt werden müssten.
Plötzlich war die Forderung nach den Dokumenten wieder ein Thema. ich sicherte ihr schriftlich zu, diese zu übergeben und  wir vereinbarten auch einen Termin. Es kamen die ersten nicht so netten Nachrichten aus unerfindlichen Gründen, gesehen hatte ich Indira in der Zwischenzeit nicht. Es erreichte mich in dieser Zeit auch ein Anruf aus einer Polzeistation, dass ich ihr die Dokumente verweigern würde, wieder musste ich einem Fremden die Situation erklären.
Eine Woche später sollte der Übergabetermin stattfinden und ich hatte mich auf ein nettes Gespräch gefreut. Als ich jedoch die Tür öffnete, stand Indira mit zwei Polizisten vor der Tür. Sie hatte sich Verstärkung geholt (ob ich auch Polizeibegleitung bekäme, wenn ich behaupte, etwas was mir zusteht , würde mir verweigert?)  - mein Mann und ich waren fassungslos. Sie war nicht bereit in die Wohnung zu kommen und die Übergabe der vorbereiteten Dokumente fand zwischen Tür und Angel statt, ich regte mich sehr auf.
Das Blatt hatte sich wieder gewendet. Es folgte postwendend die Mitteilung, sie hätte die Polizei mitnehmen "müssen" und in weiterer Folge wie enttäuscht sie von uns wäre, welch schlimme Dinge ich ihr angetan hätte.
Sie  drohte mir in der Vergangenheit auch mehrmals, dass sie Rache nehmen werde. Auch ihr Freund, der offensichtlich alles glaubt, was Indira erzählt, fühlte sich bemüßigt mir mitzuteilen, welch schlechte Mutter ich wäre und wir hätten Indira nicht unterstützt und nur unterdrückt. Indira kann unsere Reaktion auf ihr Verhalten nicht in Zusammenhang bringen.
Indiras Selbstbewusstsein ist in den letzten Jahren durch das "Empowerment" der WG offensichtlich enorm gestiegen und dadurch ihre Allmachtsphantasien unendlich. In ihrer Wahrnehmung hat sie sich sehr weiterentwickelt und große Fortschritte gemacht. Sie kennt alle Stellen, wo man Sozialleistungen beziehen kann und fordert ihre vermeintlichen Rechte vehement ein. Pflichten dagegen haben nur die anderen .
Meine Tochter hat eine sehr gute Ausdrucksweise, eine sehr gute Beobachtungsgabe und ist auf ihre Art intelligent. Ihre "Behinderung"  sieht man ihr nicht an und ein Fremder würde es bei einem Gespräch auch nicht vermuten.

Juni 2021

Die WG half ihr wieder, schnell zu einer neuen Erwachsenenvertretung zu kommen, da auch mein Nachfolger - wie vorhergesehen - nicht genehm war. Diesmal wurde das VertretungsNetz beauftragt. Das Gericht genehmigte innerhalb kurzer Zeit die neue Vertretung, während mein Mann nie eine Antwort auf seinen Antrag  erhalten hatte.

Indira verglich mich mit dem Vater von Britney Spears, sie zog Parallelen und meint, da wir mit unserem Leben nicht zurecht kämen, bräuchten wir wen, den wir erniedrigen und zerstören könnten und es würde sich für Britney und sie lohnen zu warten, bis wir endlich sterben. Ich kenne natürlich den Fall Spears nicht, aber wenn Britney nur ansatzweise so agiert wie meine Tochter ..... 


Juli 2021

Auch die neue Erwachsenenvertreterin (war mit der Schuldenregulierung, die ich schon begonnen hatte, beschäftigt) wird von Indira bekämpft, da sie der Meinung ist, sie bräuchte keine und sie brachte eine entsprechende Eingabe bei Gericht ein. Das Gericht beaufragte ein medizinisches Gutachen (wer das wohl bezahlen wird?).
Ein ärztliches Gutachten ist eine wissenschaftlich fundierte Schlussfolgerung, die eine Ärztin/ein Arzt über den Gesundheitszustand oder funktionelle Einschränkungen einer Person oder andere medizinische Umstände erstellt und ist Grundlage einer rechtlichen Entscheidung (vgl.: https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitsleistungen/antraege/aerztliches-gutachten).
Der Arzt konnte diese Schlussfolgerungen Monate später in einem einzigen halbstündigen Gespräch mit Indira ziehen. Auch wenn die Vorzimmerdame pikiert meinte, sie hätten ja einen Vorakt gehabt, bin ich der Meinung, da gehören hellseherische Fähigkeiten dazu. 

- lange Zeit Funkstille
- die Schwangerschaft war eine Lüge, um ihre Ansinnen besser durchsetzen zu können

November 2021

Eine Klage flatterte mir ins Haus. Meine Tochter verklagte mich auf Herausgabe von Kleidung, Bücher, Geld  - ich hätte nie gedacht, in so eine Situation zu kommen. Die Rechtanwaltskammer hatte eine Verfahrenshilfe bewilligt (d.h. die Kosten trägt wieder einmal der Staat = die Steuerzahler) während ich mir auf meine Kosten einen Anwalt nehmen musste!! Niemand hatte bemerkt, dass sie eine Erwachsenenvertretung hat, selbst die Anwältin, die die Vertretung zugewiesen bekam, wäre nie auf die Idee gekommen .
Weder ihre Erwachsenenvertreterin noch die Sozialarbeiterin der WG wussten etwas davon, sie hatte das alles wohl gemeinsam mit ihrem Freund  (auf Anraten?) "gemeistert". Laut Auskunft hätten die WG-Vertreter keine Ahnung was Indira und ihr Freund so den ganzen Tag treiben, sie wären kaum in der WG und würden ihr "eigenes Süppchen kochen". Sie sei ja erwachsen und da könne man halt nichts machen.
Wenn man den ganzen Tag Zeit hat, kommt man offensichtlich auf blöde Ideen.
Es zeigte mir auch, welch fatale Auswirkungen es hat, frühkindlich Traumatisierte "empowern" zu wollen, in Wahrheit ist es ein "laissez-faire" und dadurch wird es nie zu einer Änderung des Verhaltens kommen.

Dezember 2021

Es ist Heiliger Abend: Ich stelle mir vor, der hellste Stern am Firmament wäre meine Tochter und schicke meine Wünsche gen Himmel während ich weinend den Nachthimmel betrachte.

Jänner 2022

Indira hatte nicht nur einen Antrag auf Aufhebung der Erwachsenenvertretung gestellt, sondern auch einen Antrag auf Enthebung des Richters, der über die Erwachsenenvertretung entscheiden sollte. Die nächste Instanz, die Leitung des Bezirksgerichtes musste bemüht werde, welche Verschwendung von Zeit und Ressourcen!

Februar 2022

Wir erhielten nach längerem wieder Nachrichten (neues Handy? Jedenfalls neue Nummer, ich glaube die zehnte seit Auszug). Indira forderte, dass ich endlich meine Versprechen einlöse, dann würde sie die Klage zurückziehen. Sie hätte auch die Hilfe der WG angenommen und ihr Freund und sie würden in eine neue Wohnung ziehen. Sie wäre nicht verpflichtet, mir ihre neue Adresse mitzuteilen.
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Ihr Freund schrieb sinngemäß meinem Mann, nachdem er so "unter meiner Fuchtel stehe", würden sie sich NIE wieder an ihn wenden.

Mai 2022

Es gibt wieder eine neue Erwachsenenvertretung - die 4.! bis jetzt. Ein kurz angebundenes Gespräch zeigte mir wieder, das was meine Tochter wünscht, wird nach Möglichkeit sofort umgesetzt - sonst zählt nichts. Die Akteure vom VertretungsNetz sind offensichtlich willige Erfüllungsgehilfen der Anforderungen meiner Tochter, auch da der Gesetzgeber wohl der Meinung ist, die Rechte psychisch Kranker müssten jedenfalls gestärkt werden - koste es, was es wolle - ob es gerechtfertigt ist, oder nicht. Indiras Anspruch auf "Gerechtigkeit" aus ihrer Unfähigkeit Situationen (be-)denken und beurteilen zu können, wird ins Grenzenlose steigen.

Juli/August 2022

Nach längerer Pause erreichten mich und meinen Mann wieder in kürzeren Abständen  WhatsApp-Nachrichten. Wir werden nur mehr mit "Sie" und unseren Nachnamen angesprochen - wie Fremde.
Die Not muss groß sein. Ich wurde wieder beschimpft, beschuldigt, denunziert, schlecht gemacht - kurz: ich bin an ALLEM  schuld. Es ist wohl Indiras neue Freizeitbeschäftigung und sie findet es teilweise lustig.
Ich habe beschlossen, mich nicht mehr so behandeln zu lassen und den Kontakt - nicht zum ersten Mal - blockiert. Die Hoffnung auf eine "gute" Konversation habe ich leider verloren. Sie findet sicher wieder einen Weg über andere Handynummern/Mitbenützung anderer Handys ihren Frust an mir abzuladen.
Auch psychisch Beeinträchtigte haben kein Recht auf Mobbing, oder??

Wo Indira derzeit wohnt, wissen wir nicht. Sie macht jetzt angeblich einen (Finanz-)Kurs - ich bin gespannt. .

September 2022

Die Klage wurde aus mir nicht bekannten Gründen zurückgezogen, wahrscheinlich hat das Gericht oder die Erwachsenenvertretung nicht zugestimmt.

2023

Es trafen immer wieder Nachrichten an meinen Mann ein, mittlerweile ist auch er der Böse. Sie nutzte mit Begeisterung eine WhatsApp-Funktion, wo Inhalte nach dem ersten Anschauen gelöscht werden und man keine Screenshots machen kann um anzügliche/pornografische Inhalte in großer Zahl zu jeder Tages- und Nachtzeit zu schicken - auch das ist eine Freizeitbeschäftigung - bis es auch meinem Mann reichte und er den Kontakt blockierte. Offensichtlich hat sie keinen geordneten Tages- und Nachtrhytmus.

Sie fand andere Kanäle, um uns ihre Meinung über uns mitzuteilen.

Es findet sich auch keine Zeitung, die diese Geschichte drucken möchte. Nach mehreren sehr empathischen Gesprächen über Jahre hinweg mit Journalistinnen, reißt dann der  Kontakt  kommentarlos völlig ab, versprochene Rückrufe oder die Zurverfügungstellung von bereits getätigten Recherchen werden nicht eingehalten. Die Journalistin der "Kronen-Zeitung" (in der sonst steht, wenn das sprichwörtliche Rad in China umfällt) teilt mir mit, dass "alles nicht so einfach wäre" - und dann war Funkstille.

Mai 2023

Indira zeigte meinen Mann wegen angeblicher sexueller Übergriffe vor Jahren an. Nach stundenlangen Zeugenvernehmungen der ganzen Familie wurde das Ermittlungsverfahren nach kurzer Zeit eingestellt.
Es war mir sofort klar, dass sich ihre Wut, wenn sie mit all ihren Anschuldigungen nicht durchkommt, an mir entladen wird.

Juni 2023

Es folgten Mails an mich mit wüsten Beschimpfungen, Anschuldigungen und Drohungen. Ich fühle mich
bedroht. Sie wird versuchen Rache zu nehmen, da ihrer Wahrnehmung nach, wir die Lügner sind. Die Polizei rät uns, eine Beratung bei einem Bezirksgericht wahrzunehmen. Es stellte sich heraus, dass sie keine Erwachsenenvertretung mehr hat und sie irgendwann in den letzten Monaten in eine andere Einrichtung umzog, wohin dürfen wir nicht wissen.

Juli 2023


Gespräch mit dem BG-Richter, der  bis zum Umzug zuständig war: Er teilte uns mit, dass er die Erwachsenenvertretung für Indira aufgehoben habe, da sie sich völlig unkooperativ verhielt, auch die Erwachsenenvertreterin beschimpft habe und es so keinen Sinn mache.
Ich muss mich seit Jahren beschimpfen lassen und die Erwachsenenvertretung ist doch der Job dieser Leute, schießt es mir durch den Kopf. Wieder bestätigte sich, dass ihr Verhalten wohl nicht an meiner Person liegt und sie hat wieder ihren Willen durchgesetzt.
Wir würden uns auch gerne einmal gegen all die Vorfälle der vergangenen Jahre wehren, Indira mag zwar an einer Persönlichkeitsstörung leiden, aber man darf sie nicht unterschätzen, sie weiß im Grunde was sie tut. Man müsste zumindest versuchen ihr ihr Tun vor Augen zu führen um ihr Einhalt zu gebieten.
Der Richter schlug über ihr nun zuständiges Wohnsitz-Bezirksgericht vor, eine einstweilige Verfügung (zurm Verbot einer Kontaktaufnahme?) zu erwirken.
Die ganze Sache kostet mich so viel Kraft und Nerven, außerdem stellt sich eine gewisse Resignation ein.

November 2023

Die zuständige BG-Richterin (Jemand Wohlwollender hatte uns unerlaubterweise doch ihre Adresse verraten) teilte mir mit, dass sie nicht wisse, was ihr Richterkollege gemeint hätte, sie nicht zuständig sei und außerdem hätte sie wieder eine vorläufige Erwachsenenvertretung angeordnet. Es musste also jemand einen desbezüglichen Antrag gestellt haben, der sicher nicht grundlos erfolgte.

Jänner 2024

Das neue Jahr fing gut an, gleich in der ersten Woche flatterte mir ein Brief - diesmal von einem anderen Anwalt - ins Haus, wo ich aufgefordert wurde unverzüglich Geld zu überweisen und ihre Sachen herauszugeben.
Weder einer ihrer BetreuerInnen noch eine/e Erwachsenenvertreter/in hat mich je kontaktiert um diese Dinge einer Klärung zuzuführen. Ein kurzes Telefonat hätte gereicht.
Es ärgert mich sehr, dass mittels Anwalt (wahrscheinlich auf Steuerzahlerkosten) schwere Geschütze aufgefahren werden, dass nie jemand Interesse daran hatte, die Hintergründe zu klären oder versucht hat, unsere Gefühle als Eltern zu verstehen. Das Recht ist offensichtlich immer auf der anderen Seite und alle Leute glauben  Indiras Geschichten und dass sie dem "armen" jungen Menschen helfen müssen, ganz so wie Dr. Bonus das in ihren Büchern beschreibt.

Die für Indiras Wohnsituation zuständige empathische Dame des " Fonds Soziales Wien" , die ich vor Kurzem erreichen konnte, hatte sich in ihrer Freizeit die Mühe gemacht, diese Zeilen zu lesen und war sehr betroffen von dem, was uns schon widerfahren war.

Eine junge Frau, die Indira aus Jugendtagen kennt und zu der schon jahrelang kein Kontakt bestand, rief mich verzweifelt an und teilte mir mit, dass sie und ihr kleines Kind von Indira massiv über soziale Netzwerke bzw. telefonisch belästigt und mit dem Umbringen bedroht werde. Auch ihr Umfeld werde von ihr eingeschüchtert und sie wisse nicht mehr, was sie machen solle. Ich riet zur Polizei zu gehen.
Die Polizei konnte leider nichts unternehmen, da in den Chatverläufen keine Drohungen zu finden waren,  diese wurden entweder gelöscht oder nur telefonisch getätigt und ließen sich somit nicht nachweisen.

Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, ich hätte von Indiras Vorgehen nichts gewusst und wollte dies der Bezirksrichterin mitteilen. Diese sprach nicht einmal mit mir und  ließ mir ausrichten, dass sie nicht zuständig wäre und man sich an die Polzei ! und/oder die Erwachsenenvertretung wenden solle. Wer dies derzeit ist, konnte/wollte man mir allerdings nicht sagen.

März 2024

Auf  Anraten unseres Anwalts hatten wir vor Monaten einen Antrag auf Aufhebung der Adoption gestellt. Ich möchte nur mehr, dass dieser Wahnsinn formell ein Ende findet, ich kann seit Jahren nicht zur Ruhe kommen. Indira war sofort damit einverstanden und sich auch der weitreichenden Konsequenzen dieses angedachten rechtlichen Beschlusses bewusst. Die mittlerweile eingesetzte Erwachsenenvertreterin, diesmal eine Anwältin, lehnte jedoch unser Ansuchen ab, befürwortete aber angeblich ein Rechtshilfeansuchen (damit mich meine Tochter wieder auf Staatskosten klagen kann?).

April 2024

Nach langen Überlegungen wollten wir all die Anschuldigungen, Beschimpfungen, Denunzierungen und Diffamierungen nicht mehr länger hinnehmen. Der Weg führte uns mit allen von mir gesammelten Unterlagen zur Polizei. Der Polizist zeigte sich zwar entsetzt, aber nachdem keine gefährlichen Drohungen ersichtlich waren, zogen wir unverrichteter Dinge wieder ab.

Mai 2024

Es stellte sich heraus, dass die Anwältin (5.Erwachsenenvertretung) derzeit nur die Vertretung für Verfahrenshandlungen und nicht für finanzielle Belange innehat, während der  Anwalt, von dem ich annnahm, dass er der neue Erwachsenenvertreter sei, nur der rechtliche Vertreter Indiras ist und von dieser beauftragt wurde. Wer zahlt dessen Honorar? Meinen seit Monaten in dieser Angelegenheit beschäftigten Anwalt muss ich natürlich selbst bezahlen. 
Der gegnerische Anwalt drohte mir mit Klage und die Bezirksrichterin, die ich etwas fragen wollte, ließ mir nur Dinge ausrichten, fühlte sich wohl von mir belästigt. Gehört zu werden, würde sicher eine bessere Abschätzung der Gesamtsituation zur Folge haben, woran man wohl kein Interesse hat. Im Übrigen habe ich auch kein Auskunfsrecht, da ich nicht betroffene Partei sei - schaut so Menschlichkeit aus? Da lobe ich mir den Richter im 10.Bezirk, der mehrmals ein offenes Ohr für uns hatte, sogar persönlich.
Das Gericht kann man nicht per Email erreichen, man kann nur Briefe schreiben: In welchem Jahrhundert leben wir? 

Der Muttertag machte mir wieder schmerzlich bewusst, dass ich ein paar Jahre auch die Mutter einer Tochter sein durfte. Nirgends auf der Welt eine Familie zu haben, auf deren Zuneigung, Unterstützung und Hilfe man bauen kann, wird sicher nicht für das Wohlergehen und die Entwicklung dieser außergewöhnlichen Kinder - wie alt sie auch immer sein mögen - förderlich sein. Wir konnten trotz großer Bemühungen keine - und hätten es auch laut Aussage einer Expertin nie geschafft - so starke Bindung aufbauen, dass all die für die positive Entwicklung des weiteren Lebenswegs so wichtigen  Bedürfnisse wie Schutz, Wärme, Liebe und Zuwendung, die sie in frühester Kindheit offensichtlich nicht bekommen konnte, durch unsere Zuneigung ausgeglichen werden konnten. Eine naive, von Unwissenheit geprägte Vorstellung, die aber auch all die Jahre kein "Experte" zurechtgerückt hatte. Jetzt  glaubt der österreichische (Sozial-)Staat und seine Akteure , gewisse Aufgaben und Schutz übernehmen und Eltern ausschließen zu müssen. Es kennt niemand die Vergangenheit, die Ursachen und Bedeutsamkeit der Handlungen und Aussagen unserer Tochter. Es liegen den nun Handelnden nur fragmentierte Teile des großen Ganzen vor, ohne (fachliche) Kenntnisse der Zusammenhänge. 



In diesen Tagen jährt sich die Abwesenheit unserer Tochter zum 6.Mal. Ich sehe sie noch am letzten Morgen vor mir, wie sie mit unserer Katze, die sie so liebte, aufwachte. Auch wenn ich weiß, dass ich die am nahestehendste Projektionsfläche für Indiras eigenen Schmerz bin, löst es doch in mir auch viele negative Gefühle aus.Trotzdem werde ich sie immer lieben, so wie Mütter ihre Kinder lieben. Es ist immer schrecklich ein Kind zu verlieren, dein Kind zu verlieren, das noch lebt hat aber noch eine andere Dimension: Man kann mit der Sache nicht abschließen. Und nein, auch keine Psychotherapie bringt mir mein Kind wieder. 
Vor 20 Jahren hat uns das Schicksal mit einem für ihr Alter zu kleinem, unterernährtem, aufgeweckten Mädchen zusammengeführt, dessen Leben wir hofften positiv beeinflussen zu können. Ich weiß, dass auch sie uns tief in ihrem Herzen vermisst, nur nicht mit der gleichen Intensität, denn dazu ist sie nicht fähig. Ich weiß auch, dass sie einen ihr sehr nahestehenden Menschen mit unendlichen Ressourcen bräuchte, der sie gut und liebevoll durch die unwegsamen Pfade des Lebens führt, aber auch ihre Worte und Handlungen mit ihr reflektiert, relativiert und sanktioniert. Dieser Mensch kann und will ich auch mittlerweile nicht mehr sein. Es ist auch zu spät und es fehlt die Einsicht. Doch auch sonst ist es ein verklärter Wunsch, wohl nicht zu dieser Zeit und an diesem Ort möglich.

Der schlimmste Schmerz ist, 
keinen Kontakt zu der Person zu haben,
die du immer noch von ganzem Herzen liebst.
Du kannst sie nur still und leise weiterlieben und bist gezwungen,
ein Kapitel zu schließen, daß du nie enden lassen wolltest.