Mögliche Auswirkungen frühkindlicher Traumatisierung
Erkenntnisse von Personen, die sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben.
Früher Entzug, Mangel, Erfahrungen von Trennung(en) und traumatische Erlebnisse können starke Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns und Köpers eines Menschen haben, die lebenslang auf sie wirken und beeinflussen oft ihr Bindungs-, sowie Sozialverhalten und ihre Leistungsfähigkeit und -willigkeit.
Je länger/öfter negative Erfahrungen wirkten, desto potentiell stärker sind die Ausprägungen.
- ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) Erscheinungsbild ähnelt oft dem seelisch verletzter Menschen
- Einschränkungen bei der Stressverarbeitung
- mangelnde Impulskontrolle
- geringe Frustrationstoleranz
- hohe Aggressivität
- extreme Stimmungs- und Gefühlsschwankungen in kurzer Zeit
- dulden keinen Aufschub bei der Befriedigung von Bedürfnissen, große Beharrlichkeit bei der Durchsetzung
- kennen oft wenig Maß und Grenzen (Suchtstruktur)
- Lügen und Stehlen
- Beschimpfungen, Denunzierungen, körperliche Angriffe anderer
- Prahlen, Machtphantasien, Machtdemonstrationen
- Überschreitung von Normen, Regeln und Gesetzen
- potentielle Konsequenzen ihres Tuns nicht erkennbar, blitzschnelle Handlungen/verbale Attacken/Gewalttätigkeiten
- keine/wenig Selbstregulation, daher viel Außensteuerung, Struktur, Rituale und Orientierung notwendig
- große Beeinflussbarkeit
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
- mangelnde Ausdauer
- verharren in (Teil-)Bereichen in frühkindlichen/kindlichen Entwicklungsstufen/Verhalten oft nicht altersadäquat
- starkes Bedürfnis im Mittelpunkt stehen zu wollen
- ständiger Drang nach "Aktionen", sozialer Nähe und Aufmerksamkeit
- können nicht ausreichend aus Erfahrungen lernen, weder im positiven noch im negativen Sinne
- rasches "Vergessen" oder Dissoziation wichtiger Gefühle ->
- nach Konflikten wird rasch getan, als ob nichts gewesen wäre, wollen aber auch, dass ihnen nichts nachgetragen wird
- Schwierigkeiten im Umgang mit der Zeit, leben im Augenblick
- Pflichten werden umgangen
- Leistungs- /Anstrengungsverweigerung
- mangelnde Kontrolle beim Umgang mit Geld
- verlieren, verschenken, vertauschen, verwechseln, kaputtgehen (auch Sachen, die ihnen vorher scheinbar sehr wichtig waren)
- reduziertes Schmerzempfinden, kein sicheres Körpergefühl
- selbstschädigendes Verhalten (Bisse, Schnittverletzungen, Brandwunden, Ausreißen der Haare,...)
- Wahrnehmungsstörungen
- mangelnder Realitätsbezug, "Umdeutung" der Wirklichkeit
- Folgen des Handelns können nicht abgeschätzt werden
- Kritikfähigkeit und Selbstreflexion nicht/wenig ausgeprägt
- Distanz- und Hemmungslosigkeit
- mangelndes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein
- Angst und Panik vor Neuem, Fremden
- kaum Bewältigungsstrategien von Angst und Unsicherheit
- Versuch, andere zu steuern und zu beherrschen
- Körpersprache und soziale Signale sind oft unverständlich
- können nicht das Wesentliche vom Unwesentlichem unterscheiden
- (sehr) eingeschränkte Bindungsfähigkeit
- alle Bilder und Gedanken sind negativ, alle Worte und Taten anderer werden oft gegen sich gerichtet und konfrontativ wahrgenommen
- Projektion negativer Gefühle der Kränkung/Wut/Trauer der leiblichen Mutter/Eltern gegenüber durch massive Provokation/"Bestrafung" von Pflege-/Adoptiveltern/Bezugspersonen als Stellvertreter
Beachtet werden sollten jedoch auch die vielen positiven Eigenschaften:
- Liebenswürdigkeit
- Feinfühligkeit
- Kreativität
- Lebendigkeit
- Wissbegierigkeit
- Begeisterungsfähigkeit
- Lernfähigkeit
- Großzügigkeit
- Einzigartigkeit in ihrer Art
- Verbundenheit mit Kindern/Jüngeren und Tieren